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Reisebericht von Denis Rülicke 16-09-2011
1. Tag / Sonntag, 10.04.2011:
Nach einem entspannten Flug von Tegel über Palma de Mallorca nach Malaga nahm mich Peter am Flughafen in Empfang (pünktlich wie immer). Dann ging es nach Estepona zurück, mit einem kurzen Zwischenstopp zum Willkommensdrunk bei einem Residentenfest (Residenten sind Ausländer, welche ihren Wohnsitz überwiegend in Spanien haben). Nun, in Deutschland werden ja ständig diese Debatten zum Thema Integration von Ausländern geführt... also ich kann nur sagen, dass es auch anderes geht. Dort waren mindestens 15 verschiedene Nationen vertreten, welche zusammen gefeiert haben. Jede Nation hat ihr Land mit ihren typischen Speisen und Getränken und kulturellen Hintergrund an einem Stand präsentiert. Und ja, es war auch Deutschland vertreten.. schmunzel
Danach ging es zu Peters Wohnung, erstmal ankommen, Sachen auspacken und leckere Bohnensuppe essen. Peter als Reiseleiter und begnadeter Hobbykoch weiß natürlich, was nach einem Flug die beste Stärkung ist.
Kurze Siesta und anschließend ans Meer zum Yachthafen, die Segelyacht sichten und schon mal vertraut machen. Anschließend den Tag bei einem gemütlichen Bierchen bei "Reinaldo"(angesagteste Bar am Yachthafen) ausklingen lassen.

2. Tag / Montag, 11.04.2011:
Der Tag startete mit einem ausgiebigen und reichhaltigen Frühstück von Peter höchstpersönlich zubereitet, welches wir auf dem Balkon mit exklusiven Meerblick eingenommen haben. Und das war dann fast jeden Tag so... ach ja, herrlich. Man kann natürlich auch noch anderes Frühstücken. Dazu später mehr.
Heute war Anbaden. Das erste Mal in das spanische Mittelmeer eintauchen und danach windgeschützt Sonne tanken und die Seele baumeln lassen. Der Rest des Tages war mit etwas technischer Abwechslung versehen – Peter sein PC hat nur noch Spanisch gesprochen.. ;-)

3. Tag / Dienstag, 12.04.2011:
Nach dem Aufstehen ging es, wie jeden Morgen, auf den Balkon, um auf das Meer zuschauen und die Wetterlage zu sichten (meistens Sonne), einfach ein paar Minuten dem Rauschen des Meeres zuhören. Dann bin ich los eine Runde Joggen am Strand. Den Wind und die Kraft der Wellen spüren. Danach schön ausgiebig frühstücken.
Gegen 12.30 Uhr ging es heute in die Berge zu einem alten echten römischen Bad, was vollkommen für jedermann frei zugänglich ist und das absolut kostenfrei... Wahnsinn!!! Hier haben wir uns dann mit Heilkreide, welche wir aus einem Felsengestein gekratzt haben, eingeschmiert.. wir sahen echt lustig aus, wie die Indianer bemalt. :-) Nach dem Reinigen hatte ich eine glatte Haut, wie ein Babypopo. Ein Erlebnis für sich. Danach ein bisschen Wandern auf den puren alter römischer Wege, welche sich durch Canons schlängeln, einfach Natur pur. Nun, nach jeder körperlichen Betätigung steht auch wieder Erholung bereit. Heute auf dem Rückweg in Form von einer kleinen Weinverkostung und ein Besuch von Puerto de la Duquesa, speziell des Yachthafens inkl. Werft. Ein Bierchen in Ehren an der Hafenpromenade mit Ausblick ;-)
Anschließend nach Estepona zurück, den Abend ausklingen lassen, auf dem Balkon sitzend bei leckerem Essen mit einem Gläschen spanischen Wein. Und als Belohnung zeigt sich am Sternenhimmel das Kreuz des Südens.
Anbei noch ein paar Impressionen.... Es ist wirklich tolles Fleckchen Erde. Hier hat man wirklich alles, Wasser, Sonne, Luft und Berge und jede Menge kulturelle Highlights!

4. Tag / Mittwoch, 13.04.2011
Heute war großer Markttag in Estepona. Da war was los... neben den typischen Mischwarenhändlern, gab es auch die Obst- und Gemüsehändler mit einem Angebot, da gehen einen die Augen auf. So große Erdbeeren habe ich noch nicht gesehen. Beweis als Foto anbei.
Ansonsten war der Tag eher ruhiger und die Vorbereitungen für die nächsten beiden Tage hatten Vorrang. Dazu in den nächsten Tagen mehr. Heute war es etwas windiger und frischer. Nur ca. 22 Grad und blauer Himmel. ;-)

5. Tag / Donnerstag, 14.04.2011
Heute hieß es zeitiger aufstehen, eine Kleinigkeit frühstücken und Sachen packen. Das Meer lädt bei ruhiger See und strahlenden Sonnenschein zum Segeltörn ein. Mein erster großer Segeltörn, sozusagen meine Feuertaufe auf See. Gegen 10.00 Uhr ging es los, mit etwas gemischten Gefühlen im Bauch und der Hoffnung, dass mein Frühstück da bleibt, wo es hingehört. Für die Spötter unter Euch vorweg.. habe alles gut verkraftet, auch Dank der Erfahrung meines Kapitäns Peter. Er weiß bestens Bescheid, wenn es losgeht, was zu tun ist. So habe ich als "Landratte" meine erste große Überfahrt von Estepona nach Ceuta super berstanden. Die Route führte uns vom Heimathafen Estepona weg, an Gibraltar vorbei, über die Straße von Gibraltar nach Spanisch- Marokko, der Hafenstadt Ceuta auf dem afrikanischen Kontinent.
Heute kann ich wirklich sagen, es war mein erstes Mal, in jeglicher Hinsicht... Nicht nur, dass das Wetter traumhaft war, sondern als wir ca. in der Mitte der Straße von Gibraltar langhin schipperten, waren Sie auf einmal da – Delphine!!! Wahnsinn!!! Eine ganze Delphinschule begleitete uns eine ganze Zeit und spielte mit der Segelyacht. Diese Eindrücke in Worte zu fassen fällt mir schwer und da Bilder mehr sagen als Worte, habe ich ein paar Kurzvideos aufgenommen. Was für schöne und elegante Tiere...
Gegen 17.30 Uhr hieß es Leinen raus, Festmachen und "Einchecken". Der Liegeplatz wurde vom Hafenmeister zugewiesen und die Liegegebühr in der Marina entrichtet.
Dann 18.00 Uhr das Abendgebet, das erste Mal live. Ceuta gehört zwar zu Spanien, aber die Einflüsse der Landes Marokko sind vielerorts deutlich zu sehen und zu hören. Dieser Ort hat eine sehr interessante Geschichte zu erzählen. Platon hat sich hier verewigt, auch die Geschichte von "Herkules und den zwei Säulen", das Tor zum Atlantik ... oder doch nach Atlantis. Hier gibt es sehr viel spannendes zu Entdecken.
Was mir immer wieder auffällt, ist die Freundlichkeit der Menschen. Sehr angenehm. Und wie es sich für zwei Seemänner gehört, wenn diese an Land gehen... nein, nicht was ihr jetzt denkt. Nach der ereignisreichen Überfahrt haben wir uns erstmal ein gepflegtes, kühles Blondes verdient. Nach Erkundung des Hafenviertels klang der Abend bei einem guten Gläschen Wisky am Bord der Segelyacht "Fifth Floor" aus. Danach ab in die Koje und mich sanft von den Wellen in den Schlaf wiegen lassen.

6. Tag / Freitag, 15.04.2011
Nach einen leckeren Frühstück am Bord mit Ausblick auf die alte Festung von Ceuta, war gegen 11.00 Uhr ablegen angesagt, zurück nach Estepona.
Die See war ruhig, noch zu ruhig, um die Segel zu hissen. Dies änderte sich sehr schnell, als wir uns der Mitte der Straße von Gibraltar näherten. Der Wind wurde immer kräftiger, so dass wir endlich die Segel setzen konnten. Und ich sag Euch, ist das ein geniales Gefühl, selbst Rudergehen und die Kraft des Windes am Ruder und in den Segeln zu spüren. Genial!!! Das müsst ihr mal erleben!
Und wie schon einen Tag zuvor – plötzlich waren sie wieder da – Delphine!!! Es ist einfach ein tolles Gefühl, diesen Lebewesen zu zusehen... ihre schnelle, verspielte und einfach neugierige Art!
Unter vollen Segel ging es dann bis zum Heimathafen Estepona, wo wir dann ca. 19.00 Uhr festgemacht haben. Dann gab es noch ein kleines Abendessen zum Ausklang in der Kajüte, wo Peter dann meinte ich habe morgen "frei", kann was unternehmen, ausschlafen oder, oder...
Ich schaute ihn ganz ungläubig an und fragte ihn, wie er es denn meine, dass ich "frei" habe. Denn schließlich habe ich ja, schon die ganze Zeit frei, sprich Urlaub. Wie lachten herzlich los. Nun, er wollte mir nicht zumuten, dass ich am nächsten Tag mit dabei sein brauche, um die Yacht "klarschiff" zu machen. Was für eine Frage. Als frisch gebackener Seemann gehört es sich natürlich, dass nach einer Ausfahrt auch die Yacht wieder auf Vordermann gebracht wird. Also war der Samstagplan gesetzt.
Zu guter letzt nach einem wirklich erlebnisreichen und erholsamen Segeltörn zum Abschluß des Tages, ein schönes kühles Blondes, bei "Reinaldo" einnehmen. Mit natürlich wieder herrlichen Ausblick auf die See und auch mehr.. ;-)

7. Tag / Samstag, 16.04.2011
Tja, der Samstag... dieser startete nach ein sehr schönen Frühstück und tollen Männergesprächen mit einer technischen Revision des Computers und der ersten Bilder und Video Auswertung des Segeltörns. Danach ging es, wie schon angekündigt auf die Yacht zum Deck schrubben und Winnern aller Edelstahlteile. Ich sag nur "Elsterglanz" sei Dank. Nach guten 4 Stunden glänzte das Schmuckstück in der Sonne von Estepona wie neu. Dann hieß es für mich vorerst Abschied nehmen und für die gute Begleitung auf der Überfahrt zu danken!
Nach einer kurzen Stärkung in einer Tappa´s Bar (hmm... leckeres Essen, vor allem so viel Auswahlmöglichkeiten), ging es auf den "Los Reales", ein Berg ca. 1.600 € m hoch und ca. 45 min. vom Hafen entfernt... ja, ihr habt richtig gelesen. Die Berge liegen in unmittelbarer Nähe zur Küste. Wie schon erwähnt, ist hier für jeden Urlaubsgeschmack etwas dabei. Für den Wassersportfan, für den Sonne- und Strandfan, für den Kulturbegeisterten und natürlich auch für naturverbundenen Wandersleut. Das alles verbindet Andalusien in Einem!!!
Auf der Rückfahrt war ein kurzer Besuch der Altstadt von Estepona geplant, welcher dann nach kurzen Schlendern durch die kleinen hübschen Gassen in einem netten Lokal endete... Denn es stellte sich raus, dass heute Fussballabend war! Das Spiel der spanischen Giganten lag an... Barcelona vs. Real Madrid!!! Und das konnten wir uns natürlich nicht entgehen lassen. :-))
Absolute Lebensfreude und Spass bei Schauen. Peter wettete auf Barca und ich auf Real.. das Spiel endete für beide Mannschaften mit jeweils einen unrühmlichen Elfmeter unentschieden. :-)

8. Tag / Sonntag, 17.04.2011
Heute war Sachen packen angesagt. Am letzten Tag war ein Besuch bei einer guten Freundin von Peter auf ihrer Finca "molino malaga" in der Nähe von Malaga in den Bergen geplant. Sie hat zu einem "Tag" der offenen Tür“ eingeladen. Lockeres Kennenlernen und Austausch bei leckeren selbst gebackenen Kuchen für kleines Geld inkl. kostenlosen Pflücken von Orangen, so viel jeder wollte und tragen konnte. Und vor allem wirkliche BIO-Orangen. Ich sag Euch, das habe ich noch nicht gesehen! Ein Orangenbaum der reife Orangen trägt und gleichzeitig schon wieder blüht. Also, es gab bei Peter zum Frühstück immer frisch gepressten Orangensaft. Gesünder geht es nun wirklich nicht mehr!
Die Finca ist ein sehr ruhiger, friedlicher Ort der Erholung, des Loslassen, kurz ein Platz für Menschen die eine Auszeit brauchen, die sich wieder in ihre Mitte bringen wollen. Dieser befindet sich östlich von Malaga, genauer gesagt in Periana - Malaga. Wenn ihr mehr darüber erfahren möchtet, schaut einfach auf dieser Seite nach: www.molino-malaga.com.
Am Abend saßen wir zu dritt, bei leckerem Essen (Peter hat wieder gekocht) und interessanten Gesprächen zusammen. Und so geht für mich ein sehr schöner Kurzurlaub zu Ende. Ich weiß, es wird für mich nicht das letzte Mal gewesen sein, dass ich dieses wunderbare Fleckchen Erde besucht habe. Beim Abschied von meinem Freund Peter, sage ich ganz nach dem Motto des rosa-roten Panthers: Keine Frage, ich komme wieder!

Ich freue mich, wenn ich Euch ein bisschen neugierig auf mehr, gemacht habe! Wenn ihr möchtet, schaut doch einfach mal in Estepona / Andalusien vorbei.
Mit herzlichen Grüßen
euer Denis
 
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